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| Filmstarts.de führte ein Interview mit den Stars von Prince of Persia |
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Seit vorgestern ist Prince of Persia in den Kinos angelaufen. Komponiert wurde der Film von Harry Gregson-Williams, während Jerry Bruckheimer den Posten als Produzent übernahm und somit einen abenteuerlichen Film realisieren konnte.
Anbei das Interview von www.filmstarts.de:
Jake Gyllenhaal
Filmstarts: Was ist mit deinen Haaren passiert?
Jake Gyllenhaal: Ich habe sie begraben. Ich wollte auch noch andere Rollen spielen, da mussten sie einfach ab.
Filmstarts: Aber von den Muskeln sind dir, wie ich sehe, noch welche geblieben…
Jake Gyllenhaal: Ja, die waren schon immer da, nur hatten sie eben nicht immer dieselbe Größe.
Filmstarts: Wie genau sah das Training denn aus?
Jake Gyllenhaal: Zuerst habe ich mir die Haare wachsen lassen und mit dem ganzen Waschen kamen die Muskeln dann ganz von alleine. Reibt man sich das Shampoo hinten in die Haare, trainiert man den Bizeps. Reibt man es vorne in die Haare, trainiert man den Trizeps. Und wenn man noch Haare an anderen Stellen des Körpers hat, was bei mir der Fall ist, trainiert man auch noch andere Muskelgruppen.
Filmstarts: Apropos Training. Wie war die Zusammenarbeit mit Parkour-Erfinder David Belle?
Jake Gyllenhaal: Es war unglaublich. Zunächst einmal ist es toll, jemanden kennenzulernen, der einen unangespitzt in den Boden rammen könnte, aber trotzdem eine solche Liebenswürdigkeit ausstrahlt. Für mich waren selbst die rudimentärsten Elemente des Sports unheimlich schwer. Ich musste sie lernen wie das Konjugieren eines Verbs. Aber bei David sind die Bewegungen derart fließend, es ist wie Magie.
Filmstarts: Hast du eigentlich darauf gewartet, dass dir endlich mal jemand eine Actionrolle anbietet?
Jake Gyllenhaal: Ja, seitdem ich acht Jahre alt bin und Filme wie «Indiana Jones» oder «Die Goonies» im Kino gesehen habe. Hätte man diesem Kind damals erzählt, dass es in meinem Alter den «Prince Of Persia» spielen würde, wäre sein Kopf wahrscheinlich explodiert.
Filmstarts: Gemma Arterton hat verraten, dass ihr gleich für zwei Filme unterschreiben musstet. Hängt ein zweiter Teil vom Erfolg des Films ab oder ist ein Sequel bereits beschlossene Sache?
Jake Gyllenhaal: Nein, natürlich steht noch nichts fest. Ich mag sehr, was Jerry Bruckheimer darüber denkt, denn ihm wird diese Frage wesentlich häufiger gestellt als mir. Sein Erfolg basiert nämlich schlicht darauf, dass er auf sein Publikum hört. Sollten die Zuschauer den Film wirklich mögen, werden wir bestimmt über eine Fortsetzung nachdenken. Aber aktuell verschwenden wir daran noch keinen Gedanken.
Gemma Arterton
Filmstarts: Als dir die Rolle der Tamina vor gut zwei Jahren angeboten wurde, muss es doch ein ziemlicher Schock für dich gewesen sein,
zu erfahren, welche berühmten Konkurrentinnen du dabei alle ausgestochen hast?
Gemma Arterton: Ich wusste gar nicht so genau, was ich davon halten sollte. Ich erinnere mich, dass ich Mike Newell fragte: «Warum hast
du bloß mich für die Rolle ausgesucht? Warum hast du nicht einfach Natalie Portman genommen?» Er erwiderte nur: «Sie ist eben nicht
die richtige Schauspielerin für diese Rolle.»
Filmstarts: Kannst du dich denn noch an den Augenblick erinnern, als du die Rolle bekamst?
Gemma Arterton: Ich war ziemlich schockiert. Meine Agentin versuchte die ganze Nacht mich anzurufen, aber ich hatte mein Telefon lautlos gestellt, weil ich gerade an einem anderen Film arbeitete. Als ich dann am Morgen auf mein Handy schaute, hatte ich 25 Anrufe in Abwesenheit. Dafür hasst sie mich heute noch. Ihre Nachrichten auf meiner Voicemail lauteten etwa folgendermaßen: «Wo zum Teufel bist du? Ich kann dir das jetzt nicht auf den Anrufbeantworter sprechen.» Ich steckte aber so in dem anderen Film drin, dass ich mir nicht einmal vorstellen konnte, worum es überhaupt ging. Als ich sie dann anrief, sagte sie mir, ich hätte den Part in «Prince Of Persia» bekommen. Ich saß dann erst einmal mit offenem Mund auf meinem Bett. Nicht nur, weil es ein solch großer Vertrag ist, sondern auch, weil ich wusste, dass diese Rolle meine Karriere für immer verändern würde.
Filmstarts: An anderer Stelle hast du aber erwähnt, dass dir die Auswirkungen der Rolle erst bei einem Kinobesuch wirklich bewusst geworden sind.
Gemma Arterton: Ja, ich war mit meinen Schwestern im Kino und wir haben uns «Kick-Ass» angesehen. Das erste, was wir dann aber sahen, war ein riesiges Poster von Jake und mir. Das war mir so peinlich. Und dann ging meine Schwester hin und schlug meinem Poster-Ich erstmal voll ins Gesicht. Als wir dann mit der Rolltreppe nach oben fuhren, kamen uns all diese Leute entgegen, die gerade «Kampf der Titanen» gesehen hatten. Ich wollte im Erdboden versinken. Aber damit nicht genug. Oben gab es dann neben einigen kleinen Postern auch noch ein gigantisches Wallpaper, auf dem nur ich zu sehen war. Ich bettelte meine Schwestern an, sie mögen sich doch bitte mit mir einfach in irgendeine Ecke stellen.
Filmstarts: Wie wichtig war denn der «Bond»-Auftritt für deine Karriere?
Gemma Arterton: Es gibt Dinge, die «Bond» bewirkt, die hilfreich sind. Ein solcher Auftritt legt einem aber auch Steine in den Weg. Das Gute ist, dass einen die Leute plötzlich kennen. Jerry Bruckheimer sagt zwar immer, dass er stolz darauf sei, mich entdeckt zu haben, bevor mich irgendjemand kannte. Und das stimmt ja auch, schließlich habe ich die Rolle in «Prince Of Persia» bekommen, bevor der «Bond» überhaupt in die Kinos kam. Aber ich denke trotzdem, dass der «Bond» eine wichtige Rolle spielte, weil er mir einfach mehr Gewicht verliehen hat. Es gibt aber auch Hindernisse. Zum Beispiel gibt es Menschen, die glauben, «Bond»-Girls könnten nichts anderes. Ich habe viel Theater gespielt und Parts in kleinen Independent-Filmen übernommen, um dieser Einschätzung entgegenzuwirken.
Filmstarts: Du sagst, dass du gerne in kleinen britischen Filmen mitspielst. Aber ist die Verlockung Hollywoods da nicht doch zu groß?
Gemma Arterton: Nein. Natürlich war es eine unglaubliche Erfahrung, «Prince Of Persia» zu drehen – mit all diesen tollen Leuten an all diesen tollen Orten. Ein Film von Jerry Bruckheimer ist eben die Epiphanie des Hollywoodkinos – noch mehr als «Bond» oder «Kampf der Titanen».
Aber mit «The Disappearance of Alice Creed» habe ich direkt im Anschluss einen Film gedreht, der das absolute Gegenteil von «Prince Of Persia» darstellt: drei Schauspieler, 30 Leute am Set, weniger als eine Million Pfund Budget. Von der kreativen Seite aus betrachtet, gehört meine Passion dem Theater und den Indie-Filmen, weil ich die auch privat gerne sehe. Aber manchmal liebe ich es auch, mir große Blockbuster anzuschauen. Trotzdem wäre ich von mir selbst enttäuscht, wenn ich nur noch Hollywoodfilme machen würde. Ich hätte das Gefühl, mir selbst nicht gerecht zu werden.
Filmstarts: Ist es denn kein Glück, am Set vom Hollywoodfilmen auf all diese heißen Kerle – Jake Gyllenhaal in «Prince Of Persia», Sam Worthington in «Kampf der Titanen» – zu stoßen?
Gemma Arterton: Ich bin sehr zufrieden mit meinem Freund. Wenn man mit Hollywoodstars jeden Tag zusammenarbeitet, dann weiß man auch wie sie um fünf Uhr morgens sind, wenn sie noch aus dem Mund riechen.
Ben Kingsley
Seit seiner Rolle als «Gandhi» in Richard Attenboroughs Meisterwerk gilt Sir Ben Kingsley («Das Haus aus Sand und Nebel», «Shutter Island») als einer der herausragenden britischen Schauspieler. In «Prince Of Persia: Der Sand der Zeit» verkörpert er Nazim, den Onkel des Prinzen, der seiner Familie mit aller Macht in den Rücken fällt, um den Sand der Zeit für seine Zwecke zu missbrauchen.
Filmstarts: Worin genau besteht die «Wunde» Ihres Charakters?
Ben Kingsley: Für mich ist es sogar eine doppelte Wunde: Neid und Reue. Ich schreibe meine Wunden gerne auf ein metaphorisches Blatt Papier und stecke es mir in meine Hosentasche – das ist dann das Rückgrat meines Charakters.
Filmstarts: Kannten Sie eigentlich das Computerspiel, bevor ihnen die Rolle angeboten wurde?
Ben Kingsley: Nein. (lacht) Das ist nicht meine Generation.
Filmstarts: Warum haben Sie das Angebot dann angenommen?
Ben Kingsley: Ich habe das Skript gelesen. Und da waren sie dann: Neid und Reue. Außerdem bekomme ich nicht allzu oft Rollen angeboten, die ich mit meinen Shakespeare-Wurzeln in Einklang bringen kann.
Mike Newell (Regie)
Mike Newell ist nicht nur ein sehr erfolgreicher Regisseur («Vier Hochzeiten und ein Todesfall», «Mona Lisas Lächeln», «Harry Potter und der Feuerkelch»), sondern eben auch ein Engländer. Deshalb werden erst einmal ein paar Witze darüber gerissen, wie seine Mannschaft bei der WM im Elfmeterschießen rausfliegen wird, bevor man sich dann doch wieder ernsteren Dingen wie dem kommerziellen Druck einer 200-Millionen-Dollar-Produktion oder den fehlenden Massenvernichtungswaffen im Irak zuwendet.
Filmstarts: Sind sie ein großer Fußball-Fan?
Mike Newell: Nein, nicht wirklich. Mein Haus liegt in einem Teil von London, wo man hört, wenn Arsenal ein Tor schießt. Wenn ich mich also auf eine Mannschaft festlegen müsste, wäre es Arsenal London. Dann wiederum war ich damals aber auch Fan von Manchester United, als ich noch in Manchester gelebt habe. Ich weiß, der Wohnort ist ein sehr dummer Grund, sich für ein Team zu entscheiden.
Filmstarts: Gemma Arterton hat uns erzählt, dass sie sie vom ersten Moment an mochten und für die Rolle haben wollten. Was genau war es, das sie gleich beim ersten Treffen derart von ihr überzeugt hat?
Mike Newell: Ich wollte jemanden für die Rolle, der sehr exotisch aussieht. Deshalb hatte ich auch schon eine Reihe von Bollywood-Schauspielerinnen für den Part gecastet. Außerdem wollte ich jemanden, der noch möglichst jung ist. Würde ich den Film noch einmal ohne den ganzen finanziellen Druck drehen, würde ich Tamina wohl 16 Jahre alt machen. Als ich Gemma das erste Mal traf, war sie gerade erst 21 und seit drei Monaten aus der Schauspielschule raus. Sie hatte diese dunkle Haut, dunkle Haare und tiefdunkle Augen. Es war fast so, als würde sie einer anderen Rasse als Jake Gyllenhaal angehören. Und genau diesen Unterschied zwischen den beiden wollte ich unbedingt haben. Vom Aussehen her hat es also perfekt gepasst. Zudem hat sie einen tollen Humor und die beste Schauspielausbildung, die man in England bekommen kann.
Filmstarts: Wie schwer wiegt denn der kommerzielle Druck bei einem Projekt mit einem solch gewaltigen Budget?
Mike Newell: Die einzige Sache, an die man nicht denkt, ist, dass das Budget zu hoch sein könnte. Ganz im Gegenteil: Die einzige Wahrheit beim Dreh ist, dass man niemals genug Geld haben kann. Gib mir noch mal 100 Millionen Dollar und ich werde schon eine Möglichkeit finden, sie auszugeben. Ich erinnere mich noch, wie Jerry Bruckheimer einmal zu mir sagte: «Ich weiß, du sagst immer, es sei nicht genug. Aber es muss doch möglich sein, zumindest irgendetwas mit 200 Millionen anzufangen.» Und ich antwortete: «Ja, schon. Aber es ist nicht genug, es ist einfach nicht genug.»
Filmstarts: Schämen sie sich dafür heute nicht?
Mike Newell: Nein, nicht das geringste Bisschen. So denkt man beim Dreh einfach nicht. Aber natürlich spielt das Geld dann eine Rolle, wenn über Erfolg oder Misserfolg des ganzen Projekts entschieden wird. Und dann betet man zu allen Göttern, deren Namen einem einfallen, dass es gut ausgehen wird. Denn man kann sich nie wirklich sicher sein...
Filmstarts: Haben sie in Anbetracht der Mode, Blockbuster nur noch in 3D zu produzieren, nicht die Befürchtung, einen Trend verschlafen zu haben?
Mike Newell: Nein. Was hätten wir denn anderes machen sollen? 3D wurde erst am 27. November 2009 erfunden, als «Avatar» in die Kinos kam. Und wenn man den Film nachträglich umrechnen lassen wollte, dann müsste man ihn in die Garage irgendeines Typen nach Südkorea schaffen, von wo man ihn drei Monate später in 3D wiederbekommt, ohne dass man auf den Prozess wirklich Einfluss nehmen kann. Das Risiko will niemand eingehen.
Filmstarts: Dastan und die Perser starten ihren Angriff auf Alamut, weil sie versteckte Waffen innerhalb der Stadtmauern vermuten. Das Szenario kommt einem schon irgendwie bekannt vor, oder?
Mike Newell: Als das Skript vor drei oder vier Jahren geschrieben wurde, war das gerade das dominierende Thema. Wem sollte man nun vertrauen: Tony Blair, George W. Bush oder Hans Blix. Ich finde, dass es eine außergewöhnliche Referenz ist. Allerdings befürchte ich auch, dass sich viele gar nicht mehr daran erinnern. Es ist jetzt gerade einmal ein paar Jahre her, aber die Menschen vergessen es bereits wieder.
Jordan Mechner (Spielentwickler)
Filmstarts: Bisher sind die meisten Filme, die auf Computerspielen basieren, gescheitert. Warum ist es deiner Meinung nach so schwierig, Computerspiele für die Leinwand zu adaptieren?
Jordan Mechner: Ich denke, dass Filmen und Computerspielen eine sehr unterschiedliche Art des Geschichtenerzählens innewohnt. Wenn man ein Spiel auf die Leinwand überträgt, nimmt man ihm das, was den Erfolg eigentlich ausgemacht hat, nämlich das Gameplay. Deshalb wird ein Film, der auf einem Videospiel basiert, immer aus denselben Gründen scheitern oder gelingen wie jeder andere Film auch. Er braucht eine gute Story und muss unterhalten - er muss eben als Film funktionieren und nicht als Eins-zu-Eins-Übersetzung des Computerspiels.
Filmstarts: Wie hast du Jerry Bruckheimer davon überzeugt, dass dies bei "Prince Of Persia" gelingen würde?
Jordan Mechner: Ich bin mit einem zweiminütigen Trailer, den ich zu Hause aus Ausschnitten aus den Spielen selbst gebastelt habe, zu Jerry gegangen. Ich habe die Szenen wie bei einem Kinotrailer zusammengeschnitten, um ihm zu zeigen, wie der Film letztendlich aussehen könnte. Offensichtlich hat es ihm gefallen, schließlich hat er den Film dann gemacht. Aber die wahre Herausforderung war, dass ich das Skript selbst schreiben wollte. Das war die eigentliche Hürde, die es zu nehmen galt.
Filmstarts: Gibt es im Film Elemente, die direkt auf die Spieler der Vorlage zugeschnitten sind?
Jordan Mechner: Wir wollten einen Film machen, der ein großes Publikum und nicht nur die Spieler von «Prince Of Persia» anspricht. Zugleich gibt es aber auch viele Momente, die Gamer noch ein wenig mehr als die übrigen Zuschauer genießen werden. Gerade was die physische Action angeht, sind viele Aktionen ganz nah an die Bewegungsabläufe im Computerspiel angelehnt.
Filmstarts: Bei einem deiner kommenden Projekte wirst du mit Megan Fox zusammenarbeiten. Kannst du uns darüber etwas erzählen?
Jordan Mechner: «Fathom» ist eine Comicreihe von Michael Turner. Es ist das erste Mal, dass ich einen Stoff als Drehbuch adaptiere, der nicht von mir selbst stammt. Das Projekt steckt zwar noch in der Skript-Phase, aber einen ersten Entwurf habe ich bereits vollendet. Und dass ein Star wie Megan Fox die Hauptrolle übernehmen wird, ist natürlich ein großes Glück für mich.
21:23, 22.05.2010 posted by Fabrice Steurer

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