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Ben Affleck im Interview mit «TV Star»

Das schweizer TV Magazin «TV Star» traf Schauspieler und Regisseur Ben Affleck in London für ein Interview. Entsprechend publizierte die Zeitung diesen Bericht, den wir euch nicht vorenthalten möchten.

Ein Detektiv-Paar auf der Suche nach einem verschwundenen Mädchen. Tolles Regiedebüt von Ben Affleck.

Patrick Kenzie (Casey Affleck) und Angela Gennaro (Michelle Monaghan) sind zwei Privatdetektive in Boston. Die beiden sind beruflich und privat ein Traumpaar. Nun bekommen sie aber von Beatrice McCready (Amy Madigan) den Auftrag, die 4-jährige Amanda zu suchen. Das kleine Mädchen ist urplötzlich aus der Wohnung verschwunden. Gemeinsam mit den Detectives Broussard (Ed Harris) und „Poole“ (John Ashton) macht sich das Detektiv-Paar auf die Suche. Polizeichef Doyle (Morgan Freeman) hält zu Beginn nicht viel von dieser Aktion. Doch dann finden sie die erste heisse Spur...

Gone Baby Gone :: Music by Harry Gregson Williams

Hier die spannendsten Szenen aus dem Film und ein Blick hinter die Kulissen sowie das Interview mit Ben Affleck:

TV-STAR Ben, es freut mich, Sie zu sehen. Boston ist ein sehr spezieller Ort für den Film GONE, BABY, GONE. Es gibt viele Gründe dafür, warum dieses Projekt das richtige für Sie als Regisseur war. Welches war der wichtigste?

BEN AFFLECK Nun, der Grund, der für mich am meisten zählte, war der, dass ich in Boston arbeiten konnte. Das machte es viel einfacher... oder sicherer, schätze ich. Auch dass ich mit Aaron Stockard (Drehbuchautor) arbeiten konnte, zählt viel für mich. Denn dank ihm hatten wir das Buch die ganze Zeit voll im Griff.

Es ist schwierig einzuschätzen, wie das Publikum auf Filme reagieren wird. Man will es ja immer überraschen. War das auch aus der Sicht des Regisseurs schwierig?
Ja, es war sehr hart, weil man wirklich nicht weiss, wie die Leute reagieren. Es ist ein reines Rätselraten, ob alles vielleicht zu klar oder zu verwirrend ist. Beim Publikum gibt es auch eine Kurve, da sind nie alle gleich. Da gibt es einerseits die Superschlauen, die ganz genau hinsehen und den anderen immer ein wenig voraus sind. Dann gibt es noch den grössten Teil des Publikums, der sich einfach zurücklehnt. Wenn man den Film zu stark auf diese Leute zuschneidet, langweilen sich die anderen. Man muss da einfach ausprobieren, was die richtige Mischung sein könnte. Wir haben uns eine Linie gesetzt, die wir ungefähr eingehalten haben. Das war sehr knifflig, und ich habe viel aus dieser Erfahrung gelernt.

Der Film handelt unter anderem von moralischen Entscheidungen. Als Regisseur waren sie verantwortlich dafür, den richtigen Ton für diese Entscheidungen zu treffen. Haben Sie viel darüber nachgedacht?
Ja, ich habe schon darüber nachgedacht. Aber es ist kein Film, der dem Publikum einfach nur Lösungen präsentiert und ihm sagt, was richtig ist. Eigentlich lassen wir doch alles offen genug. Ich wollte mich nicht auf eine Entscheidung oder Seite konzentrieren. Ich wollte eine klare Mehrdeutigkeit und nicht nur auf etwas Spezielles hinweisen. Wir haben hart daran gearbeitet, dass das alles ausgeglichen ist. Es war so, wie wenn man Schach gegen sich selbst spielt. Es ist sehr hart, sich selbst nicht zu betrügen. Das war die grosse Herausforderung

Es muss ein Vergnügen gewesen sein, mit Ihrem Bruder zu arbeiten. Nicht nur, weil Sie als Schauspieler die Regie über andere Schauspieler hatten, sondern weil Sie ihn gut kennen. War das wirklich ein Vergnügen?
Ja, auf jeden Fall. Es war vor allem ein Vergnügen, weil er ein sehr guter Schauspieler ist. Wissen Sie, man startet in den Tag und beginnt zu drehen, und ich war besorgt, dass es nicht gut werden würde. Das war meine grösste Sorge. Ich wollte es gut machen und habe versucht, den Dreh grossartig, interessant und aussergewöhnlich zu machen. Mit Casey zu arbeiten hat mich dann ein wenig beruhigt. Immer, wenn ich mit ihm gedreht habe, war es interessant und speziell. Auf jeden Fall die meiste Zeit. Das war jeweils eine grosse Erleichterung, weil er seine Sache wirklich gut machte. Ich fühlte mich, als ob er mich gerettet hat und allein durch ihn der Film jeden Tag besser geworden ist.

Reden wir über Erleichterung. Gab es einen Punkt, wo Sie abends ins Bett gingen und sogar vom Film geträumt haben? Das erste Mal als Regisseur zu arbeiten, ist ja bestimmt eine Tortur.
Nein, so weit kam es nie. Es war sehr herausfordernd, diesen Film zu machen. Ich habe immer gut geschlafen, auch wenn ich mir viele Gedanken über die Szenen gemacht habe, was wir gerade gedreht hatten. Am Morgen habe ich dann erneut darüber nachgedacht, machte mir Sorgen und war gestresst. Ich weiss nicht, wie andere Leute das handhaben, aber ich habe einen Weg gefunden, damit es nicht zu aufreibend wurde für mich.

Wer war Ihr bester Kritiker? Oder auf wen haben Sie am meisten gehört, wenn Sie Teile des Films zum Beispiel Ihrer Familie gezeigt haben?
Meine Frau, denn sie ist sehr schlau. Natürlich habe ich auch auf meinen Cutter gehört, der ein grossartiger Typ ist. Ich zeigte den Film auch meinem Freund Matt Damon, er ist auch sehr gewieft in diesen Dingen und gab mir gute Tipps. Ich habe ihn vielen Leuten gezeigt, die mir alle sehr geholfen haben, darunter Filmemacher und patente Freunde. Sie alle sagten ganz verschiedene Dinge. Schliesslich musste ich dann aber die Entscheidungen doch selbst treffen.

Die Synchronstimmen passen wie immer perfekt. Wie machen Sie das?
Wenn wir bei Pixar Synchronsprecher suchen, achten wir als Erstes darauf, dass die Stimme und der Charakter des Synchronsprechers zur Figur passen. Wir nehmen nur gute Schauspieler, die sich natürlich anhören und mit der Figur verschmelzen. Wir engagieren selten Leute, die nur Synchronsprecher sind. Der Zuschauer sollte sich sofort in die Figuren auf der Kinoleinwand verlieben. Das Letzte, was ich will, ist, dass jemand sagt: „Ist das nicht Peter O’Tooles Stimme?“ Dann ist es gelaufen, denn das darf nicht passieren. Interessant ist auch, dass «Ratatouille» in 42 Sprachen übersetzt wurde. Die Persönlichkeiten müssen aber immer gleich gut zum Ausdruck kommen. Deshalb konzentrieren wir uns sehr darauf.

Vielen Dank.

[Ben Affleck wurde am 20.10.07 von Raya AbiRached (portmann-media.com) in London interviewt.]

Videoausschnitte zum Film und ein Video-Interview mit Ben Affleck gibt es hier!


Ab 29.11.2007 im Kino
Drama, Mystery, Krimi/ USA 2007 / 114 Min.
Darsteller: Affleck, Michelle Monaghan, Morgan Freeman, Ed Harris, John Ashton, Amy Madigan u.a.
Regie: Ben Affleck
Music: by Harry Gregson-Williams
Homepage: gonebabygone-themovie.com


Quelle und ein herzliches Dankeschön unsererseits an TV Star!



05.12.2007
Autor: Fabrice Steurer
 


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